Reinigungs- und Pflegeanleitung für Sisal- und Kokosbeläge

Damit die Schönheit und der Wert Ihres Belages lange erhalten bleiben, ist ein sorgfältiger Umgang sowie die richtige Reinigung und Pflege unerlässlich.
Diese Reinigungs- und Pflegeanleitung kann leider nur eine allgemeine Anleitung sein und entbindet nicht von eigenen Prüfungen (z.B. auf Farbechtheit). Die Vielfalt von Sisal- und Kokosbelägen, deren unterschiedliche Beschaffenheit, die Zusammensetzung der Materialien , die zahlreichen Fleckenarten und unterschiedlichen Verschmutzungsgrade, Reinigungsmittel und Behandlungsmethoden lassen eine individuelle Beschreibung nicht zu.

Sowohl Sisal- und Kokosfasern als auch Seegras sind keine synthetisch hergestellten Spinnstoffe sondern reine Naturprodukte. Entsprechend sind sie den Gesetzen der Natur unterworfen. Einer der vielen Vorteile dieser Materialien ist, dass sie Feuchtigkeit speichern können und bei Trockenheit wieder abgeben. Dadurch wirken sie ausgleichend auf das Raumklima und laden sich nicht statisch auf. Mit dieser Fähigkeit ist eine Dimensionsschwankung verbunden, die beherrschbar ist. So dehnt sich Kokos bei Aufnahme von Feuchtigkeit aus, um sich bei Trockenheit wieder zusammenzuziehen. Im Gegensatz hierzu läuft Sisal einmalig bei Aufnahme von Feuchtigkeit ein.

Grundsätzlich sind Bodenbeläge aus nachwachsenden Rohstoffen pflegeleicht. Denn an den harten und bei Kokos fettfreien Fasern haftet kein Schmutz, sondern liegt lose zwischen dem Flor. Desweiteren sorgen die Struktur der Gewebe für eine schlechte Schmutzsichtbarkeit. Auch die früher so gefürchtete Fleckentfernung ist heute, dank der jüngsten Entwicklung, kein Problem mehr. Zur selbstverständlichen Pflege von Bodenbeläge auch Naturfasern gehört es aber auch, dass in Räumen, in denen diese Materialien verlegt sind, eine Luftfeuchtigkeit von über 50 % herrscht. Diese ist notwendig, um eine Versprödung der Fasern zu vermeiden. Falls diese, vor allem während der Heizperiode, nicht erreicht wird, muss mit Hilfe eines Luftbefeuchters nachgeholfen werden.

Damit auch Sie lange Freude an Bodenbelägen aus nachwachsenden Rohstoffen haben, bitten wir Sie, nachfolgende Pflegeempfehlung zu beachten.

Im Zweifelsfalle ist der Rat des Reinigungsfachmannes unerlässlich !

Vorbeugen ist besser als reinigen:

Alle Maßnahmen, die Schmutz vom Eintrag auf den Naturbelag abhalten, reduzieren den Reinigungsaufwand und sind für den Werterhalt von größter Bedeutung.
Schmutzfangmatten, Metallroste, Abtreter usw. sollten so positioniert sein, dass diese nicht umgangen werden können. Je länger der Weg über die Schmutzfangeinrichtung bzw. Sauberlaufzone ist, desto geringer ist der Schmutzeintrag.

Unterhaltsreinigung:

Schmutzpartikel beeinträchtigen die Lebensdauer von Bodenbelägen. Deshalb sollten diese regelmäßig entfernt werden. Im Privatbereich mit einem Teppichkehrer oder einem Staubsauger mit Bürstendüse. Diese ist in der Lage, den zwischen dem Flor abgelagerten Schmutz hochzuschleudern, der dann leichter aufgenommen werden kann. Im Objektbereich empfiehlt sich eine Tiefsaug-Florbürstenmaschine zu verwenden. Diese sollte mit weichen Borsten ausgestattet sein, um ein Aufrauhen des Belages zu vermeiden. Klopfsauger sind für die Reinigung von Bodenbelägen aus nachwachsenden Rohstoffen nicht geeignet.

Achtung Vorsicht :

Teppichböden aus Naturfasern reagieren auf Feuchtigkeit und Einwirkung von Reinigungsmitteln anders, als Beläge aus synthetischem Material.(z.B. Teppichböden aus Wolle dürfen nur mit neutralen Reinigern behandelt werden, Sisal- und Kokosbeläge z.B. nicht nass gereinigt werden)

Grund- und Tiefenreinigung:

Wegen der rustikalen Webstruktur und der Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen, eignen sich Beläge aus nachwachsenden Rohstoffen nicht für eine Reinigung mit Pulverreinigern, das Shampoonierverfahren oder die Sprühextraktionsmethode.

Für die Grund- und Tiefenreinigung empfehlen wir deshalb ein Spezialshampoo, welches im Privatbereich mit einer Naturfaserbrüste aufgetragen wird. Vor der Erstbenutzung muss diese kurz in klares Wasser getaucht werden, damit die Borsten quellen.
Die Reinigungssubstanz wird nicht auf den Belag, sondern direkt auf die Bürste aufgesprüht. Anschließend wird diese mäßig feucht und kreuzweise in den Belag einmassiert. Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit trocknet die Substanz mit dem gelösten Schmutz innert 2 bis 3 Tagen zu einem feinkristallinen Staub, der dann abgesaugt werden kann.

Die Fleckentfernung:

Auf Grund der porösen Faserstruktur bei Naturfaserbelägen ist es wichtig, unmittelbar nach der Verursachung zu reagieren.

Bei der Behandlung muss zwischen Flecken, die durch Wasser entstanden sind und Flecken, die durch andere Substanzen verursacht werden, unterschieden werden.

Wasser hat die Eigenschaft, Schmutzpartikel zu lösen und durch die Oberflächenspannung des Wassers nach außen zu transportieren. Dies ist die Ursache für eine hässliche Randbildung. Deshalb sollte verschüttetes Wasser sofort nach der Verursachung mit einem saugfähigen Tuch aufgetupft werden. Die Restfeuchte wird anschließend mit einem Heißfön beseitigt. Hierbei wird der Fön von außen nach innen um die feuchte Stelle herumgeführt.

Für die Fleckentfernung anderer Flecken empfehlen wir die Verwendung eines Breitband-Fleckenlösers. Hierbei ist zu beachten, dass der Fleck nicht direkt behandelt wird. Legen Sie zwischen Fleck und Reinigungsmittel ein Synthetik-Vliestuch. Auf dieses Tuch sprühen Sie den Breitband-Fleckenlöser und massieren ihn durch pressendes Rubbeln, wie mit einem Radiergummi, mit Hilfe eines Korkens, durch das Vlies.
Diese Methode kann auch mit einer Bürste kombiniert werden. In diesem Falle wird das Vliestuch entfernt und der vorhandene Reinigungsschaum mit den Borsten der Bürste in die zu reinigenden Stellen geklopft. Anschließend wird mit der Vliestuchmethode weitergearbeitet. Auf diese Weise werden Faserveränderungen und Aufhellungen vermieden, Feuchtigkeit und gelöste Verschmutzungen aufgesaugt. Dann wird die behandelte Stelle abgetupft und, wie bei Wasserflecken beschrieben, getrocknet.

Bei eingetrockneten und alten Flecken, sowie bei auftragenden Flecken wird vor der Anwendung der oben beschriebenen Methode versucht, mit Hilfe eines stumpfen Gegenstandes (Löffel oder Messerrücken) den größten Teil des Fleckes durch Schaben von außen nach innen zu entfernen.

Bei der Reinigung und Fleckentfernung empfehlen wird in schwierigen Situationen, eine Probereinigung an einer unauffälligen Stelle vorzunehmen.

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